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Einsatzmöglichkeiten von Green IT

Jeder Klick im Browserfenster, jede verschickte oder gelesene E-Mail aber auch jedes Word-Dokument oder jede Exel-Tabelle verursacht Daten.  Das „digitale Universum“ wie es auch genannt wird, dehnt sich von Jahr zu Jahr weiter aus. Derzeit wird von weltweit rund 2,8 Zettabyte gespeicherte Daten ausgegangen. Bis zum Jahr 2020 soll der Wert auf 40 Zettabyte angestiegen sein. Zum Vergleich: Ein Megayte ist eine eins mit sechs Nullen, für ein Zettabyte muss man schon 21 Nullen an die eins hängen.

Es ist also eine unvorstellbare Menge an Daten die in Serverräumen und Rechenzentren gespeichert werden muss. Kein Wunder also, dass der Betrieb dieser Datenspeicher bereits jetzt 15 Prozent des weltweiten Stromverrauchs aller IT-Produkte verschlingt. Dabei sind Dank des heutigen Entwicklungsstandes und dank schnellem Internet mir großen Bandbreiten immense Einsparungen möglich: an Energie in erster Linie aber auch an Platz.

Cloud Computing

Um Rechenzentren oder betriebseigene Serverräume energiesparender und damit umweltfreundlicher zu gestalten gibt es verschiedene Ansätze. „Green IT“ kann zum einen durch Cloud-Computing verwirklicht werden. Denn derzeit werden die Kapazitäten der Server meist nicht voll ausgeschöpft. Denn auf ihnen muss stets auch genügend Platz für zukünftig benötigte Ressourcen vorhanden sein.

Mit Cloud-Computing werden die Rechenleistung von Computern, das Speichern, die Applikationen und deren Daten dynamisch über das Internet oder Intranet bereitgestellt, verwaltet und abgerechnet. Es passt sich also jeweils den bestehenden Bedürfnissen an und beansprucht nicht mehr Speicher-Kapazitäten als tatsächlich nötig sind.

Das digitale Outsourcen zieht zudem den Effekt nach sich, dass die Größe zum Beispiel von Betriebseigenen Serverräumen verringert werden kann und somit die Energiekosten sinken. Ohnehin kann vor allem bei der Klimatisierung solcher Räume viel eingespart werden. Derzeit wird zwischen 35-50 Prozent des Stroms zur Kälteerzeugung benötigt. Mit Hilfe "grüner" Technologie könnte dieser Anteil fast um die Hälfte sinken. Dafür muss sie Kühlung der Rechenzentren künftig besser auf die tatsächliche Auslastung der Server abgestimmt werden. Die Klimatisierung soll also proportional zu der von den Servern erzeugten Wärme steigen.

Stromsparen mit modernem Gebäudemanagement

Aber auch an den Computern, welche die großen Datenmengen letztlich erst verursachen kann Energie gespart werden. In Deutschland sind schätzungsweise 26,5 Millionen Arbeitsplatzcomputer im Einsatz. Sie verbrauchen im Jahr etwa vier Terawattstunden Strom – so viel erzeugt ein großes Kohlekraftwerk im Jahr.

Es gibt viele Möglichkeiten, Energie bei Arbeitsplatzcomputern in Unternehmen einzusparen. Das beginnt schon bei kleinen Änderungen des Nutzerverhaltens, beispielsweise das Gerät auszuschalten, wenn es nicht genutzt wird. Aber auch der Einsatz energieeffizienter Bauteile wie modernen Prozessoren, Netzeilen oder Speicher- und Festplattentechnologien schafft eine kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz der Geräte.

Um für das ganze Unternehmen den Stromverbrauch zu senken, kann ein computergestütztes Energie-Management-System eingesetzt werden. Die intelligenten Systeme können die Stromverbräuche in Gebäuden in Echtzeit erfassen und analysieren und schließlich jene Energie verpulvernde Geräte abschalten. Das kann die Deckenlampe sein, die vergessen wurde auszuschalten oder die Heizung in ungenutzten Räumen. Diese Energie-Management-Systeme sind heute ein wichtiger Teil des modernen Gebäudemanagements. Denn inzwischen verpflichten sich viele Unternehmen zur Klimavorsorge und wollen ihren Energieverbrauch und ihren CO2-Ausstoß freiwillig senken. Einen großen Beitrag dazu leistet in Deutschland Green IT.

Kommunikationstechnik erspart Dienstreisen

Nicht unbedingt mittelbar sind Maßnahmen der modernen Kommunikationstechnologie. Durch den Einsatz technischer Lösungen bei der Unternehmenskommunikation vor allem im B-2-B-Bereich, lassen sich Geschäftsreisen gezielt reduzieren. Neben den klassischen Telefonkonferenzen gibt es inzwischen Möglichkeiten wie ein Telepräsenzmeeting, also eine Art Videotelefonkonferenz in welcher die Teilnehmer dank großer Bildschirme in Echtgröße dargestellt werden. Ebenfalls oft eingesetzt werden inzwischen Live-Online-Seminare, Webkonferenzen oder Webmeetings.

Zum Teil sind die Maßnahmen also verhältnismäßig einfach und können dennoch viel bewirken -  wenn nicht sofort dann auf jeden Fall auf längere Sicht betrachtet. Zum Beispiel wenn die Zahl der Dienstreisen und damit der Fernverkehr abnimmt.

Autor: MBR